Anatomire 3 und 3,5: Sinn Lektüre und Membran Schreiben

3

Die Lektüre

ist ein ungenutzter sechster Sinn.


Ich lese dich überall, ohne es dir sagen zu können.
In deinen Schatten bilden sich Buchstaben, und meine Sprache ist arm.
Ich bewege meinen Mund über dich,
in der Hoffnung, mich zu ergießen,
während ich an deine Fragen denke.
Bei jeder flüchtigen Geste,
die Egoisten, die Feiglinge, die Mutigen,
ein wenig meiner erlernten Beredsamkeit auf der Suche nach Überleben
in dieser abscheulichen und hässlichen Welt,
in der ich die schönste aller Schönheiten finde.


Eine Blume neben einem Mülleimer.
Eine Plastiktüte, die wirbelt.

Deine Augen sind Stäbe, die meine Sättigung durchbohren, ohne sich mit ihr abzufinden.

Danke,
denn das Leben ist lang,
kaum länger
als deine Noten,
holzig und ungleichmäßig.
Danke,
denn das Leben ist Relief,
und deine Vertiefungen erlauben mir,
mich darin zu verbergen,
um
eine gefährliche Lektüre zu vollziehen,
aus der ich reifer und unbesiegt hervorgehe.

Spiel mit mir,
denn ich spiele mit dir.

Ein nasses Tuch begründet deine Falten,
du bist mit tausend Widersprüchen geschmückt.
Heirate mich,
mach mich zur Entität.
Diesen Vertrag
unterschreibe ich,
nicht ohne Blut,
ohne ihn zu lesen.

Danke, dass du zu mir sprichst
in einer undurchsichtigen Sprache,
die mich herausfordert.


Die mich herausfordert?

Ich lasse das x vor das l treten.

/

3,5

Schreiben zwei drei und half
Du bist eine Membran
ich schaukle zu dir hin
du nährst mein Leben
du nährst mein Leben
du nährst mein Leben und ich paare mich mit dir für immer.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Drame digital

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen